02Interne Anwendung · System Engineering
Mandantenübergreifende Microsoft-365-Verwaltung
Eine zentrale, rollenbasierte Verwaltungsoberfläche bündelt wiederkehrende Aufgaben für Benutzer, Gruppen, Lizenzen, Sicherheitsinformationen und Onboarding über mehrere Microsoft-365-Mandanten.
- Zeitraum
- 2025–2026
- Status
- Anonymisierte Fallstudie
- Meine Rolle
- End-to-End-Entwicklung und Cloud-Architektur
01 — Ausgangslage
Problem & Kontext
Wiederkehrende administrative Aufgaben waren auf mehrere Microsoft-Portale und getrennte Mandanten verteilt. Das erschwerte standardisierte Abläufe und machte es aufwendig, Berechtigungen sowie den Zugriff auf einzelne Funktionen und Zielmandanten konsistent nachzuvollziehen.
Die interne Anwendung führt ausgewählte Verwaltungs- und Informationsflüsse in einer Oberfläche zusammen. Sie ersetzt nicht die Microsoft-Portale, sondern schafft für klar abgegrenzte Aufgaben einen kontrollierten, wiederholbaren Arbeitsweg.
Professionelle Rahmenbedingungen
- Zielmandant, fachliche Funktion und interne Benutzerberechtigung müssen bei jeder Operation gemeinsam geprüft werden.
- Zugriffe auf Microsoft Graph und Exchange benötigen privilegierte Identitäten, ohne dauerhafte Geheimnisse in Anwendung oder Pipeline abzulegen.
- Operative Daten und verdichtete Reporting-Daten haben unterschiedliche Zugriffs- und Aktualisierungsanforderungen.
- Länger laufende oder verteilte Vorgänge müssen wiederaufnehmbar, beobachtbar und eindeutig einem Auftrag zuordenbar sein.
02 — Verantwortung
Meine Rolle
Ich habe die Anwendung end-to-end konzipiert und umgesetzt: Architektur, Benutzeroberfläche, Azure Functions, Datenmodell, Identität und Graph-Integration sowie Infrastruktur, Tests und Delivery.
- 01Architektur von Identität, Microsoft-Graph-Zugriff und Zielmandantenauswahl
- 02Entwicklung von Benutzeroberfläche, Azure Functions und Datenzugriff
- 03Entwurf von RBAC, Scope-Prüfungen und sicherem Mandanten-Onboarding
- 04Bicep-Infrastruktur, private Netzwerktopologie und Observability
- 05CI/CD mit föderierten Workload-Identitäten und reproduzierbaren Umgebungen
03 — Umsetzung
Ansatz & Entscheidungen
Die Architektur behandelt Mandantenauswahl und Berechtigung als serverseitige Sicherheitsgrenze. Eine erfolgreiche Anmeldung allein reicht nicht aus: API-Scope, interne Rolle, Funktionsfreigabe und Zuordnung zum angefragten Zielmandanten werden gemeinsam ausgewertet.
D01
Mehrschichtige Autorisierung
Scopes schützen die API-Grenze, während interne Rollen und Mandantenzuordnungen den fachlichen Zugriff begrenzen. Dadurch kann eine gültige Identität nicht automatisch auf jede Funktion oder jeden Mandanten zugreifen.
D02
Passwortlose Dienstzugriffe
Managed Identity, Entra-Tokens und Key Vault reduzieren dauerhaft hinterlegte Zugangsdaten. Auch Datenbank- und Deployment-Zugriffe folgen nach Möglichkeit diesem Modell.
D03
Private Azure-Topologie
Anwendung, Functions, PostgreSQL, Storage und Konfiguration werden über kontrollierte Netzpfade verbunden. Die Topologie begrenzt öffentliche Angriffsflächen und macht erlaubte Kommunikationswege explizit.
D04
Getrennte Reporting-Sicht
Operative Graph-Abfragen und tägliche Berichtssnapshots werden getrennt behandelt. So lassen sich konsistente Auswertungen bereitstellen, ohne jede Analyse direkt gegen veränderliche operative Daten auszuführen.
04 — Technologie
Technischer Rahmen
- C#
- .NET
- Azure Functions
- Durable Functions
- Microsoft Entra ID
- Microsoft Graph
- PostgreSQL
- Bicep
- Azure DevOps
- Managed Identity
05 — Rückblick
Ergebnis & Erkenntnisse
Wiederkehrende mandantenübergreifende Aufgaben wurden in einer kontrollierten Oberfläche mit serverseitiger Autorisierung, zentraler Auditierbarkeit und reproduzierbarem Azure-Deployment gebündelt.
Wiederverwendbare Integrations- und Berechtigungsmuster schaffen eine Grundlage für weitere Verwaltungsabläufe, ohne Mandanten- oder Funktionsgrenzen aufzuweichen.
- L01Multi-Tenant-Zugriff benötigt neben der Cloud-Identität immer eine explizite fachliche Zielmandanten-Autorisierung.
- L02Least Privilege entsteht durch das Zusammenspiel von Identitäten, Scopes, Rollen, Netzgrenzen und Betriebsprozessen.
- L03Reporting und operative Verwaltung profitieren von getrennten Datenwegen und Berechtigungsmodellen.
- L04End-to-End-Sicherheit muss Anwendung, Infrastruktur und Pipeline gemeinsam betrachten.